Anlässlich ihrer Rekonstruktion erinnern wir an

DIE NICHTEXISTENZ DER ALTSTADT

Fenster zur Stadt/Margarete
Geöffnet täglich 11 bis 24 Uhr
Eintritt frei
Geschlossene Gesellschaften möglich

Tag für Tag und Stein für Stein entsteht direkt vor unseren Augen eine neu-alter Stadtteil aus dem Nichts – oder aus den Trümmern des Historischen Rathauses: Die rekonstruierte Historische Altstadt Frankfurts. Nun hat uns das Literaturarchiv der Goethe-Universität die Altstadt in das Fenster zur Stadt geholt, als Reminiszenz und Spiegelung eines Bildes, das sich aus unzähligen Facetten verschiedener Zeiten zusammensetzt.

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Historische Fotos von Karl Dietz aus den 1930er/40er Jahren sowie korrespondierende Motive aus der Sammlung Christian Setzepfandt lassen die historische Altstadt mit ihren Menschen vor und nach ihrer Zerstörung vor Ihren Augen wieder auferstehen. Interessante Aspekte dazu liefert Siegfried Kracauers Essay “Die Nichexistenz der Altstadt”, von Kracauer als “philosophische Deduktion” bezeichnet. Anlässlich einer damaligen Debatte um die Frage, ob die Altstadt in ihrer historischen Farbgebung umzustreichen sei, schrieb Kracauer: “Die Altstadt existiert nicht, sie ist vielmehr eine bloße Ideologie des Bundes tätiger Altstadtfreunde.” Neue Aktualität bekommt dieser 90 Jahre alte Text angesichts der Häuser und Straßenzüge, die sich nach und nach gegenüber der Margarete abzuzeichnen beginnen. Ein kleines Altstadt-ABC aus dem Jahre 1925 lässt Einblicke in das damalige Leben zu.

Das Programm bündelt die literarische Akzentuierung von Margarete, wobei es die einzigartige architektonische und logistische Konstellation aufgreift: Direkt an der Fensterfront zur Braubachstraße gelegen und durch das Restaurant zu betreten, öffnet er sich den Besuchern von früh bis in die Nacht. Das Konzept zielt auf unakademische Vermittelung von Literatur- und Verlagsgeschichte, wenngleich es in einer Kooperation pro bono publico an der Goethe-Universität entwickelt und dort von Wolfgang Schopf betreut wird.

FENSTER ZUR STADT
c/o MARGARETE
fenster-zur-stadt@margarete.eu

Kurator: Wolfgang Schopf
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Neuere Philologien / Universitätsarchiv
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main
+49 . (0)69 . 79 82 27 17